Schnappschuss-Safari mit Claas Abraham – immer wieder Neues lernen

By 15. Mai 2017Fotografie, Testing
Claas-Abraham-Mitzieher

Wenn ich dir etwas über Fotografie auf unseren Fototouren beibringen möchte, muss ich eine Idee haben, wie ich das am besten anstelle. Zu diesem Zweck schloss ich mich am letzten Wochenende bei der Schnappschuss-Safari im Fotostudio von Claas Abraham den vier mitstreitenden Hobbyfotografen an.
Das Studio von Claas findest du in dem kleinen Park in der Nähe vom Schilldenkmal am Olof-Palme-Platz in Stralsund. Wenn du einmal Fotos vom Profi benötigst, kann ich dir Claas nur empfehlen! Unten findest du den Link in sein Studio.

Wir waren also zu fünft bei Claas eingetroffen, jeder mit einer anderen Motivation: einer wollte auf seinen Reisen künftig perfekte Bilder machen, ein paar Mädels wollten die Theorie verstehen, die hinter ihren „zufällig“ tollen Fotos steckt, andere wollten ihre Kamera beherrschen lernen. Ich wollte wissen, was Hobbyfotografen in solchen Kursen für Fragen stellen und wie ein Profi damit umgeht. Und so lernte jeder in den gut 12 Stunden an zwei Tagen das kennen, was ihm am Wichtigsten war. Praktisch, dass wir drei Nikon- und drei Canon-Fotografen waren, so konnten wir von allen Eigenheiten des Equipments etwas erfahren.

Claas ist ein Fotograf, der noch mit der Analogkamera für die Ostseezeitung unterwegs war und der die Digitalfotografie schneller begrüßte, als so mancher seiner Kollegen. Er brachte es auf den Punkt, welch riesigen Vorteil eine Digitalkamera im Vergleich zu ihrer analogen Vorgängerin hat: du kannst die Lichtempfindlichkeit an der Kamera einstellen, musst dich nicht mehr ärgern, den falschen Film in der Kamera zu haben. Claas war auch als Sportfotograf unterwegs gewesen. Beim Wechsel vom Fußballplatz in die Handballhalle hatte er früher ein Film-Problem: Entweder mit zwei Kameras umher rennen oder jedes Mal den halb belichteten Film wechseln.

Claas erklärte und in sehr lockerer Art, worauf es beim Fotografieren ankommt:

Licht, Licht, Licht und nochmal Licht. Sagt ja schon der Name

Fotografie = Lichtschreiberei

Die Zusammenhänge zwischen Belichtung des Sensors, Blende, Verschlusszeit, ISO-Zahl machte er uns an einer  Analogkamera deutlich. Weil diese aufzuklappen geht kann man hier die  Mechanik beobachten, was bei einer Digitalkamera etwas schwierig ist. Das Prinzik, wie Licht eingefangen und vom zu belichtenden Medium fern gehalten wird, ist ja das gleiche.

Tolle Themen waren auch Licht und Blitz im Studio, Lichttemperatur, das Mitziehen draußen bei sich bewegenden Objekten, Dateiformate, Arbeiten mit Stativ und, und, und. Aber auch sein typischer Fotografenworkflow blieb nicht Claas´Geheimnis. Er zeigte uns die NIK-Filter-Kollektion, auf die ich später im Blog gesondert eingehen werde, Lightroom, Photoshop, Gimp. Alles Begriffe aus der Postbearbeitung. Welche Software ist vernünftig für die Bildbearbeitung, welche geniale Software ist noch auf dem Markt? Wie sortiere und verschlagworte und filtere ich meine Bilder?
Wir konnten hinter die Kulissen des Fotostudios sehen und sogar bei einem Shooting dabei sein. Wir nahmen Belichtungsreihen auf und Panoramabilder, bauten alles zu HDR- und 360°-Panoramen zusammen.

Ein Highlight für mich war das Thema Video. Noch nie hatte ich an meiner Kamera die Videofunktion genutzt, einfach weil ich nicht wusste, wie das geht. Und ehrlich gesagt mochte ich bewegte Bilder bis heute nicht so sehr.  Dass viele Filmleute lieber eine Spiegelreflexkamera benutzen als eine Videokamera für bestimmte Arbeiten, hatte ich schon gehört. Spätestens wenn es um das Marketing meiner Fototouren geht, muss ich mich mit dem Thema Video beschäftigen, denn dies ist schon bald Standard auf den Webseiten.

Claas´ Tipps zur Objektivwahl waren geldwert! Hier kannst du richtig viel Geld verbrennen, wenn du dich für die falschen Objektive entscheidest nach dem Motto: Wer billig kauft, kauft teuer.

Klar, das alles kann man alles auch in einer Fachzeitschrift nachlesen. Vielleicht erklärt der Autor sogar alles gut an Beispielen. Aber so ein Life-Fotokurs ist durch nichts zu ersetzen!

Das Thema Bildgestaltung haben wir völlig ausgelassen. Es ist Geschmackssache und eine Frage der Emotionen. Die kursierenden Regeln wie „Vordergrund macht Bild gesund“ o.ä. kann man einhalten oder nicht, es kommt immer auf die Betrachtungsweise an. Mit diesen Regeln werde ich mich in einem anderen Blog-Artikel näher auseinandersetzen.

Ach ja, fotografiert haben wir auch. Bei mir sind das eher Probefotos geworden. Nichts, was in eine Fotogalerie gehört. Für mich sind sie trotzdem sehr wertvoll. Sie zeigen mir, wo ich mich noch verbessern kann.

 


Foto: Ina Bernstein – das Gesicht liegt im Schatten

Foto: Ina Bernstein: ein Reflektor hellt das Gesicht auf

Zum Schluss bekamen wir eine Art Einkaufsliste, wo alle genialen Features und Zubehörartikel verzeichnet sind, die einem Fotografen die Arbeit erleichtern. Die Teile werde ich ebenfalls alle nach und nach hier im Blog zum Thema „Ausrüstung“ besprechen.

Alles in allem waren das zwei anstrengende aber sehr lohnenswerte Tage, auch für jemanden wie mich, die schon sehr viel über Fotografie weiss.

Ich kann dir nur empfehlen, öfter an einem solchen Kurs teilzunehmen. Schau doch gleich mal in unserem Kursprogramm nach, ob etwas für dich dabei ist! (Anmerkung! Das Kursprogramm ist noch in Arbeit und wird im Juli 2017 veröffentlicht)

Deine Gabi

 

Claas Abraham ist zu erreichen unter http://fotostudio-stralsund.de/

 

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