Stralsund – wie du dich mit einem Produkt-Test unter positiven Druck setzt

By 28. Mai 2017Fotobücher, Testing
Fotobuch über Stralsund - Coverentwurf

Seit Monaten tüftle ich herum, wie mein erstes Fotobuch von Stralsund aussehen soll. In meiner Mediengestaltergruppe war ich DER Fotobuch-Guru und brachte es diesmal nicht fertig, endlich eins über meine Heimatstadt fertig zu bekommen! Warum nur?!

Seit einer Woche hat sich das geändert. In Instagram lief mir ein Post über den Weg von Saal Digital. Das ist ein Fotodruck-Unternehmen der Premiumklasse. Vierzig Euro könnte ich gutgeschrieben bekommen, wenn ich an einem Fotobuchtest teilnehme. Gesagt getan! Ich bewarb mich mit meinem Portfolio, meinem Blog und Instagram-Account, wurde ausgewählt und sitze nun über meinem Fotobuch. Zwei Wochen habe ich Zeit, etwas Tolles auf die Beine zu stellen.

Boa, nur zwei Wochen! Und das bei meinen Fotobuchprojekten, die mal locker ein halbes Jahr benötigen! Nun gut, zwei Wochen – also ran! Ich überlegte, wo genau ich Zeit einsparen kann. Ich bearbeite normalerweise jedes Bild. Dann kommen noch coole Texte dazu. Das alles soll immer eine runde Geschichte eergeben. Und dann mein furchtbarer Perfektionsfimmel! Ach ja, und unter 60 Seiten ging bei mir auch nie etwas.  Pareto lässt grüßen! Irgendwo musste ich in meinem Fotobuch-Mindset ausmisten, damit ich das Unternehmen hier in zwei Wochen hinbekomme – neben meinem Job versteht sich!

Zuerst sparte ich an den Seiten, beschränkte mich auf 40. Bei Saal Digital benutzen sie Fotopapier, das ist von Hause aus schon mal dicker. Da sehen die Bücher nicht ganz so schmächtig aus, auch wenn sie etwas weniger Seiten haben. Als nächstes entschied ich, die Texte auf das absolute Minimum einzudampfen, noch besser wären ja nur Fotos. Aber das kann ich keinem meiner Fotobuch-Fans „verkaufen“.

Dann die Fotos: suboptimal in der Qualität, ich musste sie also alle bearbeiten. Und mit meinen Tools konnte ich das relativ gut automatisieren. Zumindest den coolen Look, Entrauschen und Schärfen verpackte ich in je zwei eigene Aktionen. Das ist in Photoshop eine Abfolge von Einstellungen, die man wie ein Video oder Audio aufnehmen und abspeichern kann. Möchte ich ein Bild damit bearbeiten, wähle ich nur die Aktion aus, drücke auf „play“ und schwuppdiwupp, ist das Bild fertig. damit sparst du jede Menge Zeit und Fummelei. Ich benutze übrigens die Nik-Filter-Collection, die es von Google seit einiger Zeit kostenlos gibt. Den letzten Schliff bekommen einige Bilder mit den Tools von Franzis (Color Projects 5 und Sharpen Projects professional) Das bringen die entspechenden Nik-Filter zwar auch zum Teil, aber die Franzis-Produkte sind noch ein paar Klassen professioneller und wirkungsvoller.

Nun kam das Gestalten des Layouts. Früher habe ich das immer mit der Software des Fotobuchproduzenten erledigt. Seit meiner Mediengestalterausbildung komme ich allerdings an Indesign nicht mehr vorbei. Der Vorteil für mich liegt dabei auch darin, dass ich das Layout reproduzieren kann, dass ich später ein E-Book aus meinem Fotobuch machen kann usw. Zunächst hatte ich die Software von Saal Digital auch ausprobiert. Weil ich aber damit noch nicht vertraut war, und eine ordentliche Einarbeitung Zeit kostete, blieb ich bei meiner Idee, das Ganze über Indesign abzuwickeln.

Zu diesem Zweck hat Saal Digital eine Profiabteilung, wo ich alles bekomme, was ich für die Gestaltung eines Profibuches benötige: Vorlagen (als Plugins) für Indesign und Photoshop sowie die Job-Options nachher für die Druckdaten (das brauchst du nur, wenn du mit den Profitools der Buchdrucker vertraut bist). Falls du Fragen hast, gibt es auf der Website von Saal Digital einen Mitarbeiterchat, wo du deine Probleme superschnell gelöst bekommst.

Soviel erst einmal für heute. Ich stecke jetzt in Woche zwei und arbeite kräftig, dass ich den Abgabetermin schaffe. Das Layout und die Auswahl aus einem Pool vieler, vieler Bilder unterschiedlicher Formate nehmen mehr Zeit in Ansprucht, als vermutet.
Dir kann ich resümierend aus diesem Beitrag folgendes empfehlen:
Wenn du ein Projekt immer wieder verschiebst, obwohl es dir wichtig ist, setze dich künstlich unter Druck. Vielleicht verschenkst du dein Buch ja an der nächsten, der Geburtstag hat und schon hast du eine Deadline. Ich kann dir auch aus Kosten- und Einsparungsgründen nur empfehlen, nutze solche Produkttests. Ich spare für mein Buch jetzt 40 Euro, ein zweites Projekt mit einem Wandbild auch bei Saal Digital bringt mir eine Einsparung von 50 Euro. Und glaube mir, du musst deinen Workflow verbessern, wenn du eine Deadline hast, die du eigentlich gar nicht schaffen kannst. Hinterher bist du Profi, wenn du es bis dahin noch nicht warst!

Wichtigster Tipp: Schreib dir den Plan und die Umsetzung deines Projektes auf. Notiere, wo du dich noch verbessern kannst, wo du vom Plan abgewichen bist. Das bringt dich in kommenden Projekten unheimlich weiter und spart viel Grübelei und damit Zeit.

Also dann: auf zu deinem nächsten Priojekt oder zu deinem ersten Test!

deine Gabi

PS:  der fertige Produkttest folgt, sobald ich das gedruckte Buch in Händen habe. Dann wieder hier im Blog!

 

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